Balsam auf die TBS-Wunden
Handball-Saarlandligist gewinnt 21:20 gegen Tabellenführer HSG Völklingen
Die Handballer des TBS Saarbrücken haben am Sonntag in der Saarlandliga eine Überraschung geschafft und Tabellenführer HSG Völklingen mit 21:20 (11:7) besiegt.
Von SZ-Mitarbeiterin
Christina John
Saarbrücken. TBS-Kapitän Christian Mühler reißt die Faust in die Luft, sein Teamkamerad Christian Seiler animiert die Fans. Gerade hat der Saarbrücker Luca Forchner den 10:7-Führungstreffer gemacht (25. Minute) – und zwar gegen den Tabellenführer der Handball-Saarlandliga HSG Völklingen.
Der TBS Saarbrücken gewann am Sonntagabend zuhause gegen die HSG Völklingen in einem echten Handballkrimi knapp mit 21:20 (11:7). Nach der Blamage aus der Hinrunde – der TBS konnte in der ersten Halbzeit nur fünf Törchen erzielen – waren die Saarbrücker von Anfang an auf Wiedergutmachung aus.
Die ersten Minuten verstreichen noch torlos, doch der Ball ist immer hart umkämpft. Als dann Kai Nonnweiler – erst in der siebten Minute – den 1:0-Führungstreffer für die Heimmannschaft erzielt, jubelt er mit Christian Seiler, als hätten sie bereits das ganze Spiel gewonnen. „Die Mannschaft war hoch motiviert“, erklärt TBS-Torhüter Christian Dorscheid später, „man hat gemerkt: Es steht ein Team in der Halle.“ Die HSG Völklingen scheint ein wenig perplex zu sein und kommt mit der offensiven Abwehr des TBS überhaupt nicht klar – mit der Folge, dass es zur Halbzeit für den TBS 11:7 steht.
Doch am Ende wird es noch mal richtig spannend. Nicht zuletzt durch den Völklinger Marc Schleich verliert der TBS an Boden, und schließlich ist es Alexander Hewener, der das Spiel für die HSG Völklingen dreht (20:19, 57. Minute). Aber der TBS kämpft heute von der ersten bis zur letzten Minute. Kai Nonnweiler gleicht wieder aus, Christian Seiler trifft eine Minute später zum 21:20.
Die Führung können die Saarbrücker bis zum Schluss halten. Und dann ist der TBS nicht mehr zu halten. Ausgelassen feiern sie ihren Sieg. „Ich bin überglücklich“, strahlt TBS-Trainer Marcus Simowski, „durch das Spiel heute kann man das Hinspiel zwar nicht vergessen machen, aber ich muss wenigstens nicht mehr ganz so oft daran denken.”

TBS-Spieler Lutz Linneweber, in blau, lässt sich auch von zwei Völklingern nicht am Wurf hindern. Foto: Horst Klos
Vier Sekunden reichen nicht mehr
Handball-Saarlandligist HSG Völklingen verliert beim TBS Saarbrücken mit 20:21
Nach einem dramatischen Finale haben die Handballer der HSG Völklingen auswärts beim TBS Saarbrücken am Sonntag mit 20:21 verloren. Dabei verschliefen die HSG-Spieler vor allem die erste Halbzeit.
Von SZ-Mitarbeiterin
Christina John
Saarbrücken/Völklingen. Nur noch vier Sekunden zu spielen. Die Völklinger Handballer liegen gegen den TBS Saarbrücken in der Handball-Saarlandliga mit 20:21 zurück. Fünf Saarbrücker Feldspieler sind auf dem Platz, vier Völklinger. Ein Pfiff des Schiedsrichters, das Spiel geht weiter. Der Völklinger Hubert Bieniewicz passt auf Stefan Wuchner. Noch zwei Sekunden. Doch Wuchner kommt nicht mehr an den Ball. Noch eine Sekunde. Der Ball von Bieniewicz landet im Aus, das Spiel ist vorbei.
Die HSG Völklingen verliert ihr Auswärtsspiel gegen den TBS Saarbrücken am Sonntagabend mit 20:21 (7:11). „Das ist verdammt ärgerlich“, murrt HSG-Spieler Alexander Hewener, „wir haben uns am Anfang schwer getan, reinzufinden und haben viele Bälle verloren.“ Die Saarbrücker brauchen zwar auch eine Weile, aber finden schneller in das Spiel als die Gäste. Erst in der 13. Minute gelingt Hubert Bieniewicz der erste Treffer für die HSG – zum 1:3. „Keine Frage, die Jungs vom TBS haben eine gute Abwehr gehabt“, erklärt Bieniewicz, „und wir haben im Angriff nicht gut gespielt.“ Der Rest ergibt sich von allein. Die HSG kommt nur selten gefährlich vor das Saarbrücker Tor, das Anspiel an Miodrag Jelicic am Kreis geht bei weitem nicht so locker von der Hand wie gewohnt. Und auch der Völklinger Rückraum kommt kaum zum Zug. Und immer wieder unterbricht die offensive Saarbrücker Abwehr den Angriffsaufbau der HSG Völklingen. 7:11 lautet die magere Ausbeute der Völklinger in der ersten Hälfte.
„Die erste Halbzeit haben wir vergeigt, und Saarbrücken hat das bestraft“, meint HSG-Trainer Marek Kordowiecki, „wir haben einfach undiszipliniert gespielt. In der zweiten Halbzeit war ich von der kämpferischen Leistung her eigentlich zufrieden.“ Vor allem Marc Schleich bringt sein Team wieder zurück ins Spiel. Beim Stand von 11:16 (42. Minute) trifft er gleich vier Mal für die HSG, sechs Minuten später steht es durch Schleich schon 15:17. Das motiviert die HSG. Sie kämpft sich weiter ran, führt kurz vor Schluss sogar mit 20:19 (Alexander Hewener, 57. Minute). Doch der TBS kontert mit Kai Nonnweiler und Christian Seiler, und der HSG läuft die Zeit davon. Am Ende reicht es nicht mehr.
„Es ist schade, dass wir verloren haben“, seufzt Hubert Bieniewicz, „um mit einem Tor zu gewinnen, braucht man immer ein bisschen Glück.“ Wo Bieniewicz den Saarbrücker Sieg auf Glück reduziert, gesteht Kordowiecki bei sich und seiner Mannschaft auch Fehler ein: „Im Grunde haben wir das Spiel durch Disziplinlosigkeit verloren.“

Auch Rückraumspieler Hubert Bieniewicz, hier beim Wurf, konnte die Niederlage der HSG beim TBS nicht verhindern. Foto: Horst Klos
Berichte aus der Saarbrücker Zeitung, Saarbrücker und Völklinger Teil


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